Rasen

Rasen

Wichtig für den Rasen ist Licht. Am besten wächst ihr Rasen in voller Sonne, also sollte darauf geachtet werden, dass zu jeder Rasenfläche in ihrem Garten genug Licht vordringen kann. Sollten jedoch Bäume in ihrem Garten eine große Rolle spielen und dadurch nur begrenzt Licht durchdringen, wird die Gräsersorte Lägerrispe (Poa supina) empfohlen, da diese sich im Halbschatten sehr wohl fühlt.

Ebenfalls wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Luft, Wasser und Nährstoffe im Boden sind von großer Wichtigkeit. Schwerer Boden ist zwar oft kompakt, jedoch können die Wurzeln hier Wasser und Nährstoffe nicht aufgenommen werden. Sandiger Boden ist hierbei jedoch auch nicht ideal, da Wasser und Nährstoffe in zu tiefe Bodenschichten absickern und für die Wurzeln unerreichbar sind. Optimal sind Lehmböden, sandige Lehmböden oder lehmige Sandböden, um schönen, belastbaren und pflegeleichten Rasen zu erreichen. Ebenfalls ist der pH-Wert zu beachten. Dieser gibt an, ob der Boden sauer oder basisch ist. Der ideale pH-Wert für den Rasen ist zwischen 6 und 7.

Bodenvorbereitung

Der Boden sollte vor der Ansaat oder der Verlegung des Fertigrasens planiert werden. Wichtig ist es Steine und größere Vegetationsreste zu entfernen.
Bei schweren bzw. undurchlässigen Böden hilft es gewaschenen Quarzsand mit einer Körnung von 0,06 bis 2mm auszubringen und einzufräsen. Eine Tiefe von 10-12 cm ist beim Fräsen optimal.

Nach der Bodenbearbeitung sollte dann planiert werden. Dies geschieht mittels Rechen. Das Bodenniveau sollte nach dem Verdichten knapp unter der Stein- bzw. Wegoberkante liegen, da dadurch Steinplatten wie auch das Mähermesser später verschont werden. Verdichtet wird mittels Walze.

Nun kann zwischen Fertigrasen oder Ansaat entschieden werden. Wenn man sich für die Ansaat entscheidet, muss man für eine längere Zeit mit einer unbenutzbaren Fläche rechnen, da sich der Rasen noch entwickeln muss. Beim Fertigrasen ist zwar der Rasen vom ersten Tag an gegeben, jedoch muss man hierbei auch zwei Wochen warten, um ihn vollständig benutzen zu können.

Ansaat

Die Ansaat erfolgt relativ simpel. Hierbei wird Rasensamen gleichmäßig über die planierte Fläche verteilt und angewalzt. Die beste Zeit zum Ansäen ist April bis Mitte Juni oder Mitte August bis Anfang Oktober, da die heiße und trockene Zeit des Hochsommers vermieden werden sollte.

In den ersten drei Wochen nach der Ansaat sollte eine gleichmäßige Feuchtigkeit gegeben sein. Hierbei sollte man einen sehr feinen Beregner auswählen, da sonst die Samen weggespült werden.
Das erste Mähen sollte bei einer Halmhöhe von 7-10 cm bei bedecktem Himmel erfolgen.

Fertigrasen

Der Rollrasen wird Stoß an Stoß verlegt um Überlappungen und Fugen zu vermeiden. Auch ein versetztes Verlegen wird empfohlen um Kreuzfugen zu vermeiden. Dies verringert die Austrocknungsgefahr. Um den Rasen zurechtzuschneiden sollte ein Stanleymesser oder ein Messer mit scharfem Wellenschliff verwendet werden.
Nach der Verlegung sollte der Rasen dann mit einer leichten Gartenwalze angewalzt und gegossen werden. Während der ersten Woche sollte der Rasen ständig feucht sein. Wichtig ist, dass auch der Boden unter dem Rasen feucht ist. Nach sieben bis zehen Tagen sind die Wurzeln bereits Zentimeter tief in den Boden eingedrungen und das Gießen kann reduziert werden.
Gemäht sollte nach spätestens 10 Tage nach der Verlegung werden.

Mähen

Die ideale Schnitthöhe im Herbst und im Frühjahr beträgt 3,5cm. Im Sommer sollte der Mäher 1 cm höher gestellt werden. Pro Schnitt sollte der Rasen nie mehr als 1/3 seiner Gesamthöhe gekürzt werden. Je kürzer der Rasen pro Durchgang geschnitten wird, desto mehr wird er belastet. Daher gilt: nicht zu kurz mähen, jedoch regelmäßig. Ein Schnitt pro Woche wäre ideal.
Beim Mähen sollte ein scharfes Messer verwendet werden und der Boden trocken sein. Das Schnittgut sollte aufgefangen werden.
Falls sie beim Mähen bemerken, dass die gemähte Fläche heller ist als die ungemähte sollten sie den Mäher höher stellen.
Das Liegenlassen des Schnittgutes sollte vermieden werden! Dieses kann unter Sträuchern und Bäumen als Mulch aufgetragen werden. Er sollte einfach nicht in Sichtbereich aufgestreut werden, da er nach der Zeit ergraut.

Bewässern

Zur idealen Pflege gehört natürlich die Bewässerung. Hierbei wird eine Bewässerungsanlage empfohlen, da sich das Wasser gleichmäßig verteilt, somit kann er nicht an manchen Stellen ertrinken oder vertrocknen.
Ein tägliches Bewässern sollte vermieden werden. Am besten sollte die wöchentliche Wassermenge auf ein Mal gegeben werden. Nur bei sehr sandigen, durchlässigen Böden oder in heißen Sommerwochen sollte die Menge auf zwei Gaben aufgeteilt werden. Wenn das Frühjahr und der Herbst nicht allzu trocken sind, sollte man von Anfang Mai bis Ende September gießen.
Gießen sollte man in den Morgenstunden, da zu dieser Tageszeit die Verdunstungsverluste am Schwächsten sind. Auch den natürlichen Wachstumszyklus der Gräser unterstützt man durch morgendliches Gießen. Abendliches Gießen wird nicht empfohlen, da die Pilzinfektionen hervorrufen kann.
Ebenfalls sollte man beachten, dass Rasen unter Bäumen mehr Wasser bekommt, als der freilegende Rasen, da hier weniger Niederschlag durchdringt.

Düngen

Durch die Entfernung des Schnittgutes werden dem Rasen laufend Nährstoffe entzogen. Diese müssen ihm in regelmäßigen Abständen, mithilfe von Dünger, wieder zugeführt werden, da der Rasen sonst verarmt. Dadurch würde er nur mehr schwach wachsen, eine fahlgrüne Färbung annehmen und dann sehr anfällig für Rasenkrankheiten und Schädlinge sein. Außerdem können sich Moose und Unkräuter ausbreiten. Dem kann mit der richtigen Düngung entgegen gewirkt werden. Die Düngung muss an die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Rasens, der Witterung und die Jahreszeit angepasst werden. Ideal sind spezielle Langzeitdünger, die auf die Nährstoffansprüche der Gräser abgestimmt sind und ohne Gefahr für die Umwelt angewendet werden können.

Die Wirkungsdauer der Dünger hängt von ihrer Wirkungsweise ab.
Der Rasen soll 3x im Jahr gedüngt werden. Einmal Ende März, einmal Ende Mai und einmal Ende August, wobei man sich hierbei an die Anweisung auf der Verpackung halten soll. Ein richtig gedüngter Rasen benötigt weniger Wasser uns ist leichter unkrautfrei zu halten. Ein zusätzliches Düngen Mitte Oktober beugt Pilzinfektionen im Winter vor.

Vertikutieren

Da der Rasen mit der Zeit durch abgestorbene Pflanzteile eine sogenannte Filzschicht bildet, sollte man bei einer Filzstärke von über 1cm einmal jährlich vertikutieren. Diese Filzschicht sieht aus wie ein feines Geflecht und befindet sich zwischen Boden und Grasnarbe. Falls diese dann über 1cm anwächst, kann sie zur Belastung für den Rasen werden, da sie den Wasserkreislauf stört und ein optimaler Nährboden für Pilzkrankheiten ist. Deswegen ist es wichtig zu vertikutieren.
Die beste Zeit zum Vertikutieren ist von Mitte April bis Mitte Mai, da zu dieser Zeit der Rasen kräftig wächst. Falls jedoch die Filzschicht sehr ausgeprägt ist, kann nochmals Anfang September vertikutiert werden.
Vertikutiert wird im Kreuz. Dazu wird die Fläche einmal der Länge nach und dann quer vertikutiert. Um die entstandenen Lücken wieder zu füllen, braucht der Rasen Nährstoffe und Wasser.
Das Gerät sollte so eingestellt werden, dass die Messer nur den Filz erreichen und nicht den Boden. Deshalb sollte bei einer Filzschicht von weniger als 1cm auf das Vertikutieren verzichtet werden.

Unkraut

Unkräuter senken nicht nur die Attraktivität des Rasens, sondern locken auch Bienen an, falls sie blühen. Regelmäßiges Mähen und Düngen kann das Aufkommen von Unkräutern verhindern, da es den Rasen stärkt und für eine dichtere Grasnarbe sorgt. Kommt es jedoch trotzdem auf können sie es jäten. Chemische Bekämpfung sollte vorerst abgesprochen werden.
Am Häufigsten treten Löwenzahn, Gänseblume, Distel und Klee auf. Zu tief eingestellte Mäher, zu wenig Düngung, Schattenlagen und saure oder stark strapazierte, verdichtete Böden können auch einen Moss- und Algenbefall auslösen.
Algen findet man in zu feucht gehaltenen Beständen. Hier vermehren sie sich explosionsartig und bilden eine schleimartige Schicht. Dadurch werden der Gasaustausch und die Wasserversickerung gehemmt. Ebenfalls schädigt diese Schicht den Graswurzeln und erstickt die Gräser.
Moose bilden unschöne Pölster im Rasen, die vor allem im Frühjahr auftreten, da dann das Gras noch schwach wächst oder sich im Winter entstandene Lücken noch nicht geschlossen haben. Durch vertikutieren und Zurückschneiden des Schattenspenders können Moose unterdrückt werden.
Einen Moos- und Algenbefall kann durch eine geschlossene und dichte Grasnarbe vorgebeugt werden.

Rasenkrankheiten

Blattfleckenkrankheiten

Krankheitsbild: kleine, braune, ovale Flecken; werden im Verlauf weiß; treten vorerst an Blätter, dann auf Blattscheiden auf; Speziell Wiesenrispe ist bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit anfällig
Bekämpfung: richtig düngen; höhere Mähhöhe einstellen; vertikutieren, um den Filz zu entfernen

Hexenringe

Krankheitsbild: von einem Punkt unter dem Boden ausgehend wächst der Pilz kreisfürmig; führt zu abgestorbene Ringe im Rasen; sind von stark wachsendem Gras gesäumt; findet sich vor allem auf leichten, wenig fruchtbaren Sandböden
Bekämpfung: ausgewogene Düngung; intensive Durchlüftung; auch Bodenaustausch kann notwendig werden; Bewässerung reduzieren, Rasen sollte eher trocken gehalten werden

Rost

Krankheitsbild: bei langer Trockenheit kann es als Braun-, Gelb- oder Schwarzkronenrost auftreten; hemmt Wachstum der Gräser; Pusteln in unterschiedlichen Formen und Farben an Blätter; tritt vor allem an Rispenarten im Sommer auf
Bekämpfung: Kalk- und Stickstoffversorgung; nicht zu tief im Sommer mähen; häufig Mähen; kein Trockenheitsstress; möglich ist auch ein gezielter Pflanzenschutz

Rotspitzigkeit

Krankheitsbild: vor allem in feuchten Jahreszeiten; feine rosafarben Myzelflecken; Blattscheiden verkleben; später bilden sich nadelartige, gabelig verzweigte Blätter mit korallenroten Gewebe
Bekämpfung: Nährstoffversorgung verbessen; Stickstoffdünger kombiniert mit Kali- und Phosphatzugabe; gute Bodenbelüftung; nicht zu tief mähen

Schneeschimmel

Krankheitsbild: im Herbst und nach Schneeschmelze; ist von weißgrauem oder rötlichem Myzel überzogen; kleine runde Flecken im Rasen, dies bis zu 30cm Durchmesser erreichen können; vor allem bei deutschem Weidelgras, Straußgras und bei Rispenarten
Bekämpfung: Kräftigen der Zellwände durch kalibetonte Herbstdüngung; Rasen im Winter nicht zu sehr belasten

Wurzelfäule

Krankheitsbild: Gräser wirken schleimig bis faulig; bilden braune, unregelmäßige Flecken im Rasen; aufgrund der Wurzelzerstörung lassen sich Gräser leicht aus dem Boden ziehen; entsteht durch einseitige Stickstoffdüngung, hohe Temperaturen, Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit oder Trockenheit
Bekämpfung: Staunässe und anhaltende Feuchtigkeit verhindern; bessere Durchlüftung durch Vertikutieren, Bodenlockern oder Aerifizieren; ausgeglichenes Nährstoffangebot soll zu Verfügung stehen

Dollarfleckenkrankheit

Krankheitsbild: kleine, gelbbraune Flecken; ev. feines weißes Mycel
Bekämpfung: Bodendurchlüftung verbessern; Stickstoffdüngung

Mehltau

Krankheitsbild: feines, weißlich-gräuliches Myzelgewebe auf Blätter
Bekämpfung: mäßiges Düngen; gezielter Pflanzenschutz

Wurzelhalsfäule

Krankheitsbild: schwarz verfärbte Wurzelhälse; abgestorbene Flächen
Bekämpfung: Boden durchlüften und düngen

Schädlinge

Insekten wie Schnecken und Larven können dem Rasen schaden. Besonders in weniger genutzten und selten betretenen Rasen sind Wurzeln und oberirdische Pflanzenteile sehr begehrt.

Wiesenschnaken haben eine Vorliebe für unterirdische Organe der Gräser sowie bodennahe Sprossen und Blätter. Um diese ausfindig zu machen, sollte auf größere Scharen von Krähen und Staren geachtet werden. Wo diese sich niederlassen sind auch Wiesenschnaken nicht weit.

Auch Tierurin ist eine Belastung für ihren Rasen. Es hinterlässt braune Flecken im Rasen.

Rasenkalender – Wann sollte ich was tun?

Mähen: Ende März bis Mitte Oktober
Bewässern: Anfang Mai bis Ende September
Düngen: 1x Ende März, 1x Ende Mai, 1x August, 1x Mitte Oktober um Pilzinfektionen im Winter vorzubeugen
Vertikutieren: Mitte April bis Mitte

Tipps für Ihren Rasen

Was kann man gegen Unkraut im Rasen machen?

Unkraut im Rasen ist meist ein Zeichen von Mangelerscheinungen. Den Unkrautwuchs kann man entgegen wirken, indem man das Unkraut aussticht und den Boden mit frischer Erde verbessert. Danach sollte man den Rasen nachsäen und düngen. Auch das Rasenmähen spielt eine wichtige Rolle zur Bekämpfung und Vorbeugung von Unkraut. Umso öfter gemäht wird, desto besser. Ideal wäre jeden zweiten Tag, da durch das häufige Mähen der Rasen dichter wird und somit der Platz und der Zugang zu Sonnenlicht für Unkräuter verringert werden. Ein zu tiefes Mähen sollte man verhindern. Empfohlen ist eine Schnitthöhe von 4-6 cm.

Welche Arten von Dünger gibt es?

Es gibt chemischen, biologischen und mineralischen Dünger. Wir empfehlen Naturdünger. (z.B. Oscorna)

Wie kann ich Unkraut biologisch vorbeugen?

Dazu empfehlen wir entweder Unkrautvlies, Rindenmulch oder Pflanzenfaser.