Der Winter kommt!

Da es immer kälter wird, muss man seinen Garten auf die Temperaturen vorbereiten. Hierbei muss man natürlich Einiges beachten, um seinen Garten gut durch den Winter zu bringen. Nur so kann er im folgenden Frühjahr wieder von Neuem erblühen.

Rosen

Rosen sollten nicht mehr geschnitten werden, wenn in den Nächten bereits Frostgefahr besteht. Der letzte Schnitt sollte direkt nach der Blüte erfolgen, am Besten im Spätsommer oder zeitig im Herbst. Hierbei werden jedoch nur die verwelkten Blüten entfernt.

Den Rosenstamm sollte man im Spätherbst 10 bis 20 cm hoch mit gut gelockerter Erde anhäufeln. Kompost sollte nicht verwendet werden, jedoch kann der Haufen mit Laub, Moos und Reisig optimiert werden.

Reisigzweige von Nadelbäumen können rund um die Staudenrose gewickelt und vorsichtig mit Bastschnüren am Stamm befestigt werden. So wird der komplette Rosenstock im Winter geschützt. Dies kann auch bei Stammrosen durchgeführt werden

Stamm- und Kletterrosen brauchen oftmals mehr Winterschutz, dafür eignen sich Jutetücher und Jutesäcke. Diese sollten möglichst lose über die Rosenkrone gestülpt und am Stamm unterhalb der Veredelungsstelle befestigt werden.

Nach Ende Juli sollte nicht mehr gedüngt werden, da dies zu einem späten Erblühen der Rose führt und einen Schnitt verlangen würde, der der Pflanze schadet. Auch der durch die Düngung ausgelöste Wachstum, der sich in zarten Trieben zeigt, würde sofort abfrieren.

Rosen im Topf können in einem geschützten, jedoch nicht erwärmten Raum überwintert werden. Ab und An sollte auch gegossen werden. Falls ihre Kübelrose draußen bleiben soll, muss der Topf winterfest ummantelt werden. Dazu eignen sich Rosenschutzhüllen aus speziellen Vliestoffen. Zusätzlich sollte der Topf mit einer Bastmatte umhüllt werden.

Im Frühjahr ist es sehr wichtig den Winterschutz gründlich zu entfernen, um der Rose ein optimales Erblühen zu ermöglichen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist, wenn die Forsythien erblühen.

Obstbäume

Um einen guten Ertrag im kommenden Jahr zu ermöglichen, sollte die Rinde des Baumes vor Frostrissen geschützt werden und elastisch bleiben, damit innere Wachstumsprozesse ohne Probleme ablaufen können. Dies gewährleistet eine optimale Versorgung der Baumkrone. Vor Winterbeginn sollte man deshalb den Baumstamm weiß anstreichen. Das erweist sich als sehr effektiv, da die Farbe die Sonnenstrahlen reflektiert und so vor Frostschäden schützt. Schädlinge und Krankheitserreger werden so auch abgewehrt. Dieser Vorgang ist vorallem bei jungen Obstbäumen sehr wichtig.

Im Gegensatz zu Birnen- und Apfelbäumen, die nur in den ersten Jahren angestrichen werden müssen, brauchen Pflaumen- und Zwetschgenbäume jedes Jahr einen Anstrich, da sie sehr anfällig für Pseudomasbakterien sind. Diese dringen in die Frostrisse ein und verursachen ein Absterben des Baumes.

Beim Kauf der Farbe sollte auf gute Qualität geachtet werden. Die weiße Farbe sollte auch weiß bleiben, da sie sonst keinen Frostschutz mehr bietet. Vor dem Anstrich sollte der Stamm von Moos, Flechten und loser Rinde befreit werden.

Buchsbaum

Das größte Problem im Winter ist für den Buchsbaum nicht die Kälte sondern die Austrocknung. Der Buchs braucht auch im Winter Wasser, da der Großteil der Wurzeln zu dieser Zeit gebildet wird und Wasser über die Blätter verdampft. Normale Windverhältnisse sind für den Buchs kein Problem, falls jedoch der Wind konstant und stark bleibt, schädigt dies der Pflanze. Das kann dann zur Austrocknung der Buchsbäume in Kübeln führen.

Sie sollten bei längeren sonnigen und windigen Trockenzeiten im Winter bewässern. Sowohl gepflanzte, als auch Buchsbäume in Kübeln sollten an frostfreien Tagen einmal in der Woche gegossen werden. Der Kübel sollte nur feucht, jedoch nicht zu nass sein.

Ein Buchsbaum im Kübel sollte an eher schattigen, nicht zu dunklen und windgeschützten Standorten platziert werden. Wenn es jedoch für eine längere Zeit eiskalt ist und auch tagsüber friert, sollte der Topf mit Plastikfolie oder Kokosmatten umwickelt werden, um Frost und Austrocknung zu verhindern.

Die Pflanze selbst sollte dann mit Kokosmatten, Sackleinen, dichten Textilien oder Holzlammelen umwickelt und geschützt werden.

Auch Schneebruch sollte verhindert werden. Dazu entfernen sie einfach dickere Schneeschichten vom Blattwerk, um ein Abbrechen der Zweige zu vermeiden.

Grundsätzlich kommen Buchsbäume gut durch den Winter. Bei Topfpflanzen kann jedoch der Topf Schaden mit sich tragen. Dies wird verhindert, indem sie Noppenfolie an der Innenseite des Topfes anbringen.

Kirschlorbeer

Der beste Winterschutz für die Lorbeere ist vorab den richtigen Standort zu wählen. Sie mögen es am liebsten schattig und trocken.

Kirschlorbeeren sind sehr anfällig für das Austrocknen im Winter, da die recht großen Blätter und Oberfläche viel Feuchtigkeit abgeben, während aus dem gefrorenen Boden nicht viel Wasser aufgenommen werden kann. Durch Sonneneinstrahlung wird diese Abgabe noch begünstigt, weshalb ein schattiger Standort sehr wichtig ist. An frostfreien Tagen sollte die Lorbeere gegossen werden.

Hortensien

Bei uns übliche Hortensienarten sind winterhart, sollten jedoch trotzdem vor starkem Frost geschützt werden. Dazu sollte der Wurzelhals über dem Boden mit einer 10 bis 20 cm dicken Schicht Gartenerde, Kompost, Rindenmulch oder Torf abgedeckt werden. Am Schluss sollte dann noch mit einem Leinensack abgedeckt werden.

Wichtig ist es, die Hortensie atmen zu lassen. Darum sollte man ein Umwickeln mit Folie oder anderem luftundurchlässigem Material verhindert werden. Falls größere Pflanzen nicht mehr mit einem Sackleinen abgedeckt werden können, sollte sie auf den Rückschnitt im Herbst verzichten, da die Triebe nach dem Schnitt der empfindlich sind und keinem Frost ausgesetzt werden dürfen.

Hortensien in Kübeln werden am besten frostfrei überwintert und in den Keller gestellt. Falls dies jedoch nicht möglich ist, sollte die Pflanze samt Topf mit einem Sackleinen verhüllt werden.

Rhododendron

Normalerweise ist es in Mitteleuropa kein Problem Rhododendren zu überwintern. Hierbei gibt es natürlich auch Ausnahmen, wie zum Beispiel Rhododendren die im Kübel kultiviert wurden oder spezielle Arten, die nicht besonders winterhart sind.

Wenn die Rhododendren jedoch den richtigen Standort und das passende Pflanzensubstrat haben, sollten sie gut durch den Winter kommen. Darum ist ein Abdecken nicht zwingend nötig, schadet aber nicht. Dazu wird im ersten Standjahr Reisig am Boden rund um die Wurzeln verteilt. Nötig wird dies nur in sehr kalten Regionen. Wie bei allen immergrünen Pflanzen sollte wegen der Austrocknungsgefahr an frostfreien Tagen gegossen werden

Hortensien im Topf sollten nicht auf kalten Boden stehen. Darum benötigt der Topf Füße oder man stellt sie auf Styroporplatten.

Um die Wurzeln zu schützen, muss ein Durchfrieren der Erde verhindert werden. Dazu wird das Pflanzgefäß mit Jute, Kokosmatten oder Noppenfolien gut verpackt. Auch ideal wäre es, den Topf an die Hauswand zu stellen, da die Pflanze hier vor zu starkem Wind geschützt wird. Gießen ist natürlich bei Topfpflanzen auch wichtig. Der Pflanzballen darf nicht austrocknen, benötigt aber auch nicht zu viel Wasser.

Beim Gießen ist wichtig, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann, da Staunässe vermieden werden soll.

Gräser

Ein sehr großer Fehler kann das Schneiden vor dem Winter sein. Das eigene Laub ist nämlich der beste Winterschutz. Das gilt vor allem bei Ziergräsern wie Zebragras, Chinaschilf oder Lampenputzergras. Diese werden im Herbst nicht zurückgeschnitten, sondern einfach oben und in der Mitte mit einer starken Schnur zusammengebunden, da so der Schnee die Gräser nicht auseinanderdrücken kann und sie einen besseren Schutz vor Kälte haben.

Falls der Winter jedoch sehr kalt wird, sollte die Erde rund um die Gräser mit Vlies abgedeckt werden. Alternativ dazu kann auch zusammengerechtes Laub als Winterschutz dienen, indem man die Gräser damit anhäufelt.

So kann normalerweise nichts mehr passieren und die Gräser sind vor Erfrierung geschützt. Ein Wachsen im Folgejahr steht also Nichts mehr um Weg.

Rasen

Auch der Rasen muss auf den Winter vorbereitet werden, um einen schönen Frühlingsrasen zu ermöglichen.

Dazu gehört beispielsweise das Vertikutieren. Wer dies im Frühjahr verpasst hat, hat jetzt Zeit bis Ende Oktober. Dabei wird alter Filz entfernt. Mehr zum Vertikutieren können sie in unserem Pflanzenratgeber lesen.

Auch das Nachsäen kahler Stellen kann im Herbst noch erfolgen.

So lange es geht sollte der Rasen im üblichen Zyklus weiter gemäht werden. Dies gestaltet sich jedoch durch die Witterungsverhältnisse relativ schwer. Allzu nasses Gras sollte nicht gemäht werden, da es sich zum Einen im Mähwerk und im Auffangbehälter verklebt, sodass man zwischen durch ständig reinigen muss. Zum Anderen kann ein sehr feuchter, kühler Boden bei Belastung verdichten. Dies führt zu einer geringeren Nährstoffversorgung und schlechteren Regenwasserversickerung.

Der Zeitpunkt für den letzten Rasenschnitt ist schwer festzustellen. Gemäht wird so lange bis der Rasen aufhört zu wachsen und seinen Winterschlaf beginnt. Meistens ist dies ab Mitte Oktober der Fall. Für den letzten Schnitt gilt es, den Rasen einen halben Zentimeter tiefer als üblich zu schneiden, da der Schnee sonst zu lange Grashalme platt drückt. Hier können sich dann Pilze und Krankheiten verbreiten.

Düngen ist auch eine wichtige Vorbereitung für die kalten Wintermonate. Hierbei sollte ein spezieller Herbstdünger verwendet werden, da er besonders viel Kalium enthält. Stickstoffdünger sollte nicht verwendet werden, da dieser nur während und vor der Wachstumsphase hilfreich ist.  Die letzte Düngung sollte vor dem letzten Rasenschnitt erfolgen, also etwa Anfang Oktober

Da im Herbst Bäume und Sträucher ihr Laub abwerfen sollte man einmal pro Woche dieses vom Rasen entfernen, da die Gräser sonst zu wenig Licht erhalten. Außerdem würde der Boden sonst zu feucht werden, was dann zu verstärktem Mooswachstum und Faulstellen führt. Auch Pilzkrankheiten können dann auftreten. Fallobst muss natürlich ebenfalls entfernt werden.

Wichtig ist es, den Rasen in seiner natürlichen Auszeit nicht unnötig zu belasten. Vor allem in der Frostperiode brechen die gefrorenen Grashalme bei Belastung ab und brauchen im Frühjahr länger zur Regeneration. Sie verfärben sich und der Wachstum dauert länger. Dies führt zu einem unebenen und fleckigen Rasen. Also sollte der Rasen so wenig wie möglich belastet werden um ein ebenes und volles Rasenbild im Frühjahr zu ermöglichen.